Stellensuche, Selbstmarketing, Sichtbarkeit und Blogs

Ein eigener Blog rund um die beruflichen Themen, die für Dich selbst wichtig sind und die sich um Deine Kernkompetenzen drehen, ist eine der besten Ergänzungen zu einem CV oder Lebenslauf sein. Das bringt mehrere Vorteile: Erstens schafft ein Blog «digitale Sichtbarkeit» – ein nicht zu unterschätzender Aspekt, wenn es um die eigene Arbeitsmarktfähigkeit geht (Martin hat hier den Stellenwert der digitalen Auffindbarkeit beschrieben).

Alle googlen Dich

Personalverantwortliche und Recruiter googeln Bewerber und Stellensuchende. Google mag Blogs: Die meisten Blog-CMS sind von Hause aus suchmaschinenfreundlich; zudem schätzt Google aktuelle Inhalte. Ein Blog ist eine Möglichkeit, selbst zu bestimmen, was dieser Personalverantwortliche sehen wird, wenn er Deinen Namen in die Suchmaschine eingibt.

Zweitens ergänzen Blogs den CV, weil sie sichtbar machen, was dort nicht drin steht: Expertise, Erfahrung und Wissen. Und zwar nicht bloss anhand einer dürren Zeile zu einer Deiner Stellen in den vergangenen Jahren. Sondern mit Wissen aus konkreten Projekten, Tipps und Tricks, die Du Dir im Verlauf des Berufslebens angeeignet hast. Dabei geht es nicht um wissenschaftliche Abhandlungen – ein Blog kann kurz und persönlich sein. Es geht hier um Deine Sicht der Dinge.

Ideen für Blogpostings

Oft tun sich die Leute schwer, Artikelideen für den eigenen Blog zu finden. Einige Anregungen:

Buchbesprechungen
Was sind die wichtigsten Bücher in Deinem Fachgebiet? Mindestens zwei dürftest Du ja gelesen haben…also stehen bereits zwei Artikel: Eine kurze Zusammenfassung, für wen ist es geeignet (Anfänger, Experten etc.), was ist der grosse Vorteil dieses Buches, was fehlt etc.pp. Das bringt zwei Vorteile mit sich: Du setzt Dich selber mit Fachliteratur auseinander und ein Besucher sieht, dass Du die Standardwerke offenbar kennst.

(Kleiner Tipp: Allenfalls lohnt es sich, diese Buchbesprechung auch noch auf Amazon zu veröffentlichen, unter dem Klarnamen. Ist zwar «Double Content», dafür bietet Amazon halt auch grosse Sichtbarkeit.)

Tipps und Tricks
Mit den Jahren sammeln sich einige Tipps und Tricks an – Dinge, die Du zuerst auch falsch gemacht hast…Das können kleine Dinge sein: Etwa welche Projektmanagement-Software taugt etwas? Wie detailliert sollte ein Projektplan sein? Lauter kleine Dinge, die Dir vielleicht auch noch nicht bewusst sind.  Also überlegen, was alles so gut lief, das Wesentliche herausschälen und in einen kurzen Artikel werfen.

Ressourcen im Internet
Gibt es Websites, Blogs oder andere Internet-Wasserlöcher zu Deinem Spezialgebiet, die man kennen muss? Ein Hinweis auf die Adresse, eine knappe Darstellung, was es dort gibt – voilà. Zeigt, dass Du die wesentlichen Dinge kennst und vernetzt Dich langsam mit anderen Leuten im Web, die sich für ähnliche Themen begeistern.

Berichte aus Ausbildungen
Besuchst Du gerade eine Aus- oder Weiterbildung? Nutz den Blog als Lernjournal. Frisch Gelerntes kommt hier rein. Vorteile im Doppelpack: Sichtbarkeit und besseres Lernen.

Meinungen, Analysen
Irgendwo einen Artikel zu Deinem Thema gelesen, der nun wirklich die Pixel oder das Papier nicht wert war? Oder einen, den man sich unter’s Kissen legen sollte? Darüber schreiben, Deine Meinung dazu abgeben, ergänzen, widersprechen, bestätigen.

Persönliches
Die meisten Menschen kümmern sich nicht nur um Rechnungswesen, Projektmanagement oder – Gott bewahre – Social Media. In so einem Blog hat Persönliches ebenso Platz. Reisen, Theater, Konzerte, Musik – was Dir wichtig ist (und was Du zeigen möchtest).

Das Wichtigste zum Schluss

Drei Punkte, die auf jeden Fall beachtet werden müssen:

Bloggen ist eine Ausdauersportart. Ein Sprinter hat in dieser Disziplin nichts verloren, es geht darum, über lange Zeit regelmässig einen oder zwei Artikel pro Woche zu publizieren (wie gesagt, sie dürfen auch kurz sein – Hauptsache nützlich, relevant, amüsant, interessant…).

Du wirst kein Weltpublikum auf Deinen Blog locken können. Macht nichts. Du bloggst für Dich. Und den einen oder die zwei Headhunters, Personalchefs oder Recruiters, die vielleicht mal vorbeikommen (das ist auch der Grund, wieso Statistik- und Tracking-Tools in den ersten drei Monaten verboten sind).

Es sollte Spass machen. Wenn sich der Spass nicht einstellt, bitte alles vergessen, was hier steht, damit aufhören und etwas anderes versuchen. Der Leser merkt’s nämlich.

3 Gedanken zu „Stellensuche, Selbstmarketing, Sichtbarkeit und Blogs“

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