Thomas Mauch

06.12.11Pearltrees: Social Bookmarks als Perlen

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pearltree

Curation Tools gehören zu einer neueren Kategorie von Apps. Storify verwende ich inzwischen gerne, etwa um hier auf dem Blog meine wöchentliche Leseliste zu veröffentlichen.

Pearltrees ist eine webbasierte Anwendung aus Frankreich – was sie doch schon recht exotisch macht. Pearltrees ist im Grunde nichts anderes als ein Social Bookmarking-Dienst. Als Metapher für die Software dienen eben «Perlen»: Wertvolle Links sind Perlen. Links, die für mich ein Themengebiet darstellen, kann ich zu einem «Perlenbaum» zusammenfügen – wiederum bestehend aus verschiedenen Ästen. Damit lassen sich ganze Themengebiete zu einem Baum umformen; in diesem Post hier habe ich einen Pearltree zum Thema Corporate Blogs zusammengestellt.

Die »Perlen», die ich ansetze, sind entweder selbstgefundene Links oder Perlen von anderen Pearltrees-Nutzer, die ich verwenden kann. Pearltree erlaubt es, die «Bäume» anderer Pearltrees-Nutzer zu durchforsten und Geeignetes für den eigenen Baum zu nutzen.

Pearltrees Entwickler haben offenbar sehr viel Wert auf die konsequente Umsetzung ihrer Metapher gelegt – und sie auch wirklich visuell sehr ansprechend gestaltet. Die Anwendung lässt sich rasch erlernen und einfach anwenden, es macht Spass, damit zu arbeiten.

Die Funktionalität ist eher simpel. Die einzelnen Zweige lassen sich weder beschriften noch mit Notizen versehen; andere Nutzer müssen sich ihre eigene Erklärung machen, wie meine Anordnung zu deuten ist. Damit bleibt Pearltrees ein wirklich sehr hübsch gestalteter Bookmarking-Dienst, inklusive Social-Features.

(Artikelbild: Amboo Who bei flickr.com, CC BY 2.0)

04.12.11Diese Woche gelesen (48)

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04.12.11Storify als Lerninstrument

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Story Road, Highway 101, San Jose

Storify gehört zur Gattung der Curation Tools. Curation ist das Hypethema der letzten drei Jahre, insbesondere im Journalismus: Die Aufgabe der Medien bzw. eines Journalisten sei es eben auch, Informationen und News zu sichten und in einen Ablauf zu bringen, Kontext herzustellen oder Zusammenhänge aufzuzeigen. Das ergibt dann ganz famose Diskussionen über die Zukunft des Journalismus, der Medien, yadiyadiyaa. Lassen wir das hier.

Dieser Trend «Curation» hat nun Tools hervorgebracht, die sich hervorragend für ganz verschiedene Dinge brauchen lassen, nicht nur für die Medienarbeit. Das Prinzip von Storify ist einfach: Storify bietet eine leere Leinwand, darauf platziere ich Schnipsel aus dem Internet. Diese Schnipsel können von Twitter stammen, eine URL, ein Foto von Flickr. Diese Ausschnitte kann ich als Storifier mit zusätzlichem Text versehen, kommentieren und ergänzen.

Ereignisse dokumentieren

Ereignisse, über die im Web geredet wurde, lassen sich so zu einer Geschichte machen. Als Beispiel: Hier haben die Leute von NZZ Labs eine Podiumsdiskussion mit Storify nacherzählt und dokumentiert. Sie haben die Tweets der Teilnehmer und des Publikums verwendet, in einen für sie sinnvollen Ablauf gebracht und so die Geschehnisse während des Anlasses dokumentiert.

Wissen sammeln und zugänglich machen

Ich habe Storify bisher für zwei Arten von Blogbeiträgen verwendet. Der erste Beitrag war die pokeRT Bibliothek: Während einer Podiumsdiskussion zum Thema «Zukunft des Buchmarktes» haben wir das Publikum aufgerufen, aktuelle Buchempfehlung via Twitter zu teilen. Während der Diskussion kamen rund 40 Empfehlungen und Buchtipps zusammen. Das altbekannte Problem bei Twitter: Da herrscht immer etwas Unordnung und die Tweets sind via Twittersuche nur eine begrenzte Zeit zugänglich. Also habe ich alle Tweets mit Buchempfehlungen gesammelt, einen Storify-Beitrag daraus gemacht und das Ganze hier als Blogbeitrag veröffentlicht.

Mein Lernjournal

Meine zweite Anwendung ist meine Leseliste – die Beiträge auf diesem Blog «Diese Woche gelesen». Während der Woche gehe ich meine RSS Feeds durch, besonders lesenswerte Beiträge gebe ich via Twitter weiter. Am Ende der Woche siebe ich nochmals: Was ist auch über die Woche hinweg «gültig» bzw. besonders lesenswert? Da bleiben vielleicht fünf bis sechs Artikel oder Blogpostings übrig. Diese Artikel stelle ich via Storify zu einer Liste zusammen und veröffentliche sie hier auf dem Blog.

Wie die beiden Beispiele zeigen, nutze ich Storify weniger für die Medienarbeit als vielmehr als Wissensmanagement- und Lerninstrument. Die pokeRT-Bibliothek ist ein Beispiel für das Sammeln von Wissen, damit es für andere Menschen zugänglich und nutzbar wird. Meine Leseliste ist nichts anderes als eine Dokumentation meines eigenen Lernprozesses: Storify wird zu meinem Lernjournal.

Storify im Unterricht – weshalb nicht?

Im Bereich Lernen und Ausbildung kann ich mir noch einige weitere spannende Anwendungsmöglichkeiten vorstellen: Schüler können ihre Recherchen zu einem Thema in Geschichte so dokumentieren. Oder ich könnte während eines Kurses nicht anwesende Twitternutzer um einen Input zu einem Thema bieten und mit Storify dokumentieren.

Natürlich – zu einem guten Teil geht das auch ohne Storify. Ich könnte die Lesehinweise als «herkömmliche» Links hier posten oder Tweets via Link einbinden. Storify macht es allerdings sehr einfach. Die Anwendung lässt sich intuitiv nutzen, ist in wenigen Minuten «betriebsbereit» und bietet die Möglichkeit, nicht nur auf Storify zu veröffentlichen, sondern einen Beitrag auch direkt als Blogbeitrag hier zu veröffentlichen.

» Mehr lesen: Martin Weigert bei netzwertig.com über Storify

(Bild: Story Road, umjanedoan auf flickr.com, CC BY 2.0)

26.11.11Diese Woche gelesen (47)

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Diese Woche aufgefallen und für’s Wochenende nochmals vorgenommen: Das Interview von Ronnie Grob mit Roger Köppel, in dem Herr Köppel wie ein Mensch erscheint! Ausserdem etwas Social Media, eine Bestandesaufnahme der Tech Review im Internet, einige lesenwerte Gedanken von Danah Boyd zum Thema Privacy jenseits von Schlagworten und zweimal Lernen.

23.11.11Africa Hitech und Isaac Hayes

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Diese Woche zwei Künstler (wieder-)entdeckt:

Seltsamerweise finde ich mit zunehmendem Alter elektronische Musik immer interessanter. Vor einigen Jahren gestartet mit der Neu-Edition der Kraftwerk-CD’s, diese Woche wieder was Neues gefunden: Africa Hitech.

Wieder etwas nach vorne gerückt ist dieser Track, 18 Minuten Isaac Hayes. Ein grossartiger Geschichtenerzähler, viel zu früh verstorben.