Daten sind soziale Objekte

Die letzten Tage bin ich über das Thema Soziale Objekte gestolpert. Der Kern: Daten sind soziale Objekte, die Verbindungen zwischen Menschen triggern. Und die geläufige Beschreibung von sozialen Netzwerken als «Landkarte der Beziehungen zwischen zwei Menschen» ist nicht ausreichend – es fehlt die Information, um welches Thema, welches Objekt eben, sich diese Beziehungen gruppieren. Noch habe ich nicht ganz alles zusammen, aber hier mal meine vorläufige Leseliste dazu:

Data is a social object, Ton Zijlstra, 23. September 2011

In my presentations over the past 8 months I’ve positioned data as an object of sociality: it becomes the trigger for interaction, a trigger for the forming of connections between people. Much like photos are the social object of a site like Flickr.com, and videos are the social object of YouTube, or your daily activities are for Twitter.

Why some social network services work and others don’t – Or: the case for object-centered sociality, Jyri Engeström, 13. April 2005

Russell’s disappointment in LinkedIn implies that the term ‘social networking’ makes little sense if we leave out the objects that mediate the ties between people.

«Soziale Objekte» im Marketing 2.0, Martin Lindner, 21. Dezember 2009

In der neuen Marketing 2.0-Welt ist das Ziel nicht mehr, die Aufmerksamkeit mit griffigen Formeln zu besetzen (was eh nur in den seltensten Fällen gelingt). Es geht auch nicht um manipulierte Strohfeuer: «Virale Werbekampagnen» sind immer noch viel zu sehr alte Werbung. In der 2.0-Welt geht es darum, ein Feld zu schaffen, in dem natürliche Kettenreaktionen wahrscheinlicher werden. Und die entstehen auf Dauer nur dann, wenn wirkliches Engagement und Interesse bei allen Beteiligten dahinter steht, bei den Kunden wie bei den Marketing-Leuten selbst.

Social objects are the future of marketing, Hugh Macleod, Mai 2007

The Social Object, in a nutshell, is the reason two people are talking to each other, as opposed to talking to somebody else. Human beings are social animals. We like to socialize. But if think about it, there needs to be a reason for it to happen in the first place. That reason, that «node» in the social network, is what we call the Social Object.

Musing about social objects: Mollucs that matter, JP Rangaswami, 16. Februar 2008

You can have a conversation without a social object. You cannot have a social object without a conversation. It is the conversation that makes the object «social». Conversations grow around social objects, much like pearls grow around microscopic dust. Social objects are about growth, they are «live». If you try and «inject» a social object into a conversation, then what you get, at best, is a cultured pearl. That’s what mass media did. Mass media tried to farm conversations. And created cultured pearls. Social objects are natural, not artificial.

So lese ich heute

«Haben sich Ihre Lesegewohnheiten verändert?», durch Technologie, neue Devices und eBooks, fragen Jochen Robes und Andrea Back auf WissensWert. «Offenbar ganz fundamental» muss ich sagen, wenn ich auf die letzten paar Monate zurückschaue.

Vor etwa einem Jahr habe ich mir einen eReader zugelegt, einen Kindle. Ich war nicht besonders überzeugt, aber: Probieren geht über studieren. Bereits nach etwa drei Wochen hätte ich den Kindle nicht mehr hergegeben: Ich las mehr. Der Kindle ist so leicht, ich habe ihn immer dabei – selbst auf Bergtouren, bei denen ich immer auf jedes Kilogramm im Rucksack achte.

Klar: Ein Paperback muss nicht schwerer sein (remember Reclam). Mein Problem damit: Packe ich am Morgen ein Paperback ein, will ich abends im Zug sicher etwas anderes lesen. Mit dem Resultat, dass ich dann aus dem Fenster starre. Oder einen Podcast höre. Mit dem eReader habe ich 15 oder mehr Bücher dabei. Eines davon passt immer.

Die Meinung des Buchhändlers wird weniger wichtig

Ich begann, andere Bücher zu lesen. Zuerst wühlte ich mich durch die kosten- und copyrightlosen Angebote bei Amazon. Ein unterhaltsames Wiedertreffen mit Frankenstein, Dracula und Sherlock Holmes auf englisch. Die sofortige Verfügbarkeit von Büchern beeinflusst meine Selektion ebenfalls. Stosse ich in einem Printmagazin oder online auf eine Rezension eines spannenden Buches, habe ich es zwei Minuten später in den Händen.

Vorher habe ich mir – im besten Fall – eine Notiz gemacht, die Notiz irgendwo hingelegt und hatte sie – im besten Fall – beim nächsten Einkauf auf Amazon oder im Buchladen zur Hand. Dieser Fall ist selten eingetreten, Also griff ich auf die Empfehlungen des Händlers zurück – das geschieht heute viel seltener. So lese ich heute weiterlesen

A blog is born

Mein neuer Blog ist online.

Was dieser Blog soll, habe ich in den untenstehenden Artikeln zu erklären versucht; schliesslich will ich ja die Leute nicht in ein leeres Haus einladen. Also hab ich fleissig was vorgeschrieben.

Zum Start deshalb nur nochmal: Vielen Dank an @purzlbaum Claudio Schwarz für das Gestalten des Themes. (Sein neuestes Fotoblog findet sich übrigens unter de.licious.ch). Sieht genau so aus, wie ich das gerne haben wollte. Der Fokus liegt auf dem Inhalt, und wer’s versuchen will: Das Theme ist genial für Tablets und Smartphones, ohne ein spezielles Mobile-Theme verwenden zu müssen. Passt!

In dem Sinne: Ich hoffe auf viele Stunden gemeinsamer und anregender Lektüre, interessante Diskussionen und vor allem viel Spass!

Facebook & Co: The Sceptic’s Guide To Social Media

Sieben beliebte Vorbehalte von Nicht-Nutzern gegenüber Facebook & Co. Oft gehört und wiederholt, aber deshalb noch lange nicht richtig.

Social Media sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Bedenken sind aber noch weit verbreitet, was ich für wichtig halte: Wir müssen technologische und gesellschaftliche Innovationen fördern und gleichzeitig kritisch hinterfragen. Vielfach entstehen diese Bedenken aber wegen fehlenden Informationen. Ich habe hier die Vorbehalte aufgeführt, die ich häufig höre, wenn ich Vorträge halte oder Diskussionen führe – vor allem beim Thema Facebook. Dazu einige Infos und meine Meinung obendrauf.

1. Facebook-Freunde sind doch keine richtigen Freunde!
Menschen vernetzen sich auf Facebook in der Regel mit Menschen, die sie irgendwann mal getroffen haben. Das können tatsächlich sehr entfernte Bekannte sein, auf die der Begriff «Freund» aus unserer Alltagssprache nicht zutreffen würde. Nichtsdestotrotz fand der Erstkontakt im «wahren» Leben statt. Nach einigen Jahren nutzen die Menschen Facebook sehr viel differenzierter: Bei mir würde die Bezeichnung «virtuelle Freunde» auf etwa 10% der Kontakte zutreffen. Dass es sich beim Rest zu einem grossen Teil um entfernte Bekannte (oder Verwandte) handelt, ist kein Manko – im Gegenteil. Facebook hilft, diese «schwachen Verbindungen», wie sie Mark Granovetter nannte, aufrecht zu erhalten. Ich schätze es, ab und an etwas über den Schulfreund aus der dritten Klasse zu erfahren. Facebook & Co: The Sceptic’s Guide To Social Media weiterlesen