Kompaktkameras als ideale Kombi für Reisefotografie

Unterwegs mit einer Ricoh GR und einer Sigma DP3 Merrill: Wieso ich Kompaktkameras mit Festbrennweiten einer digitalen Spiegelreflexkamera vorziehe.

Die DPx Merrill-Reihe von Kamerahersteller umfasst drei Kompaktkameras mit fixen Brennweiten: Die DP3M mit 75mm (Vollformat-Äquivalent), die DP2M (45mm) und die DP1M (28mm). Die Idee von Sigma: Statt einem Kameragehäuse mit verschiedenen Objektiven kauft man sich Objektive, die jeweils noch eine Kamera dranhängen haben. Dafür ist die Kamera kompakt, und wie häufig bei fest eingebauten Objektiven sind Linse und Kamera besser und einfacher aufeinander abzustimmen.

Muss in der Hosentasche Platz haben

Ich finde die Idee reizvoll – aus zwei Gründen: Ich brauche unterwegs eine Kamera, die ich auch in die Hosentasche stecken kann. Und ausserdem nervt mich das Wechseln der Objektive. In der Regel ist immer das falsche drauf. Auf unserer diesjährigen Japanreise habe ich das Prinzip ausprobiert: Den Weitwinkelbereich habe ich mit der Ricoh GR (Testbericht hier bei dpreview) abgedeckt, einer Kompaktkamera mit APS-C-Sensor und einer Festbrennweite von 28mm. Dazu kommt die Sigma DP3 Merrill (Testberichte etwa hier oder hier), die mit 75mm ein leichtes Tele bzw. ein Portraitobjektiv mitbringt.

Ricoh GR und Sigma DP3M ergänzen sich perfekt

Die Ricoh GR besitze ich seit rund einem Jahr und sie ist meine Hauptkamera: Kompakt, sehr gute Bildqualität und auch in Situationen mit wenig Licht gut zu gebrauchen. Damit macht sie einige Nachteile der Sigma wett: Die DPxM-Kameras nutzen einen exotischen Sensor, entwickelt von Dick Merrill. Der produziert ganz unglaubliche Bilder, die sehr 3D-ähnlich wirken. Wer Bilder sehen will, findet in dem Sigma-Forum bei dpreview tolle Beispiele. Dafür haben die Kameras einige Macken: Sie funktionieren nur bis ca. 400 ISO richtig gut, darüber zeigen die Farbbilder ausgeprägtes Rauschen. Und die Batterie hält nicht viel länger als 50 bis 100 Bilder. Das heisst, man trägt immer einige Batterien mit sich rum – was nicht schwer wiegt und ausserdem verwendet die Ricoh GR die gleichen.

Also trug ich auf dieser Reise zwei Kameras rum – die aber zusammen weniger wiegen als eine typische Spiegelreflexkamera. Und ich dachte mir, wenn das irgendwo geht, dann in Japan – da fällt das nicht auf. Tagsüber, bei Ausflügen und Besuchen von Sehenswürdigkeiten, nahm ich beide mit und hatte immer die richtige Brennweite zur Hand. Abends oder auf Wanderungen kam nur die Ricoh GR mit – die wiegt fast nichts, lässt sich in die Hosentasche stecken und fällt kaum auf.

Im Grössenvergleich: RIco GR vs HTC One
Im Grössenvergleich: Ricoh GR vs HTC One

Kompaktkameras als Alternative zur Spiegelreflex

Alles über alles scheint mir das im Moment für meine Ansprüche die beste Lösung für Reisefotografie zu sein: Ich brauche keine Kameratasche, die Dinger wiegen nichts und die Bildqualität ist sehr gut. Wer sich heute überlegt, eine Kamera zu kaufen, sollte Kompaktkameras mit einem grossen Sensor und Fixbrennweiten unbedingt in Betracht ziehen. Sei es die Ricoh GR, die Sigmas oder auch die Fuji X100S: Die Dinger sind heute technologisch so ausgereift, dass man DSLR-Qualität im Hosentaschenformat kriegt. Die Bilddateien haben eine Auflösung, mit der man auch am Computer gut zuschneiden und reinzoomen kann, wenn es denn sein muss. Bei der Aufnahme zoomt man häufiger «mit den Füssen» – aber, so sagen die Fotografie-Gurus, das würde nur dem eigenen Lernen rund um die Bildkomposition dienen.

PS: Sigma ist gerade daran, die Kompaktkameras der Merrill-Reihe durch die Quatro-Reihe zu ersetzen – der ideale Zeitpunkt, da die Geräte im Moment für etwa 600 Franken zu haben sind. Ursprünglich lag der Listenpreis über 1000 Franken.

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