Dialog in Social Media: Hören Sie auf zu kommunizieren.

Schweizer Firmen wollen Social Media nutzen, um mehr Dialog zu haben. Das bedeutet, dass Unternehmen aufhören müssen zu kommunizieren. Und damit beginnen, Gespräche zu führen.

Sie wollen mehr Dialog? Eine neue Social Media-Studie von Bernet_PR und Barbara Kunert zeigt: «Mehr Dialog» ist das meist genannte Ziel, das Schweizer Firmen mit Social Media erreichen wollen. Sie wollen sich mit Kunden, künftigen Mitarbeitenden oder anderen Anspruchsgruppen unterhalten und Gespräche führen. Das macht Sinn, weil Social Media für Gespräche da ist. Als Unternehmen haben Sie die Gelegenheit, sich in die Unterhaltung einzuklinken.

Sagen Sie doch was. Was braucht es, um als angenehmer und anregender Gesprächspartner wahrgenommen zu werden? Sie sollten vor allem etwas Spannendes zum Gespräch beitragen. Weiter gelten alle Grundsätze, die auch in einem «analogen» Gespräch beim Hochzeitsempfang oder an einem Geschäftsessen gelten: Drängen Sie sich nicht auf, langweilen Sie nicht und reden Sie nicht zuviel über sich selber. Hören Sie zu und geben Sie Antwort, wenn Sie angesprochen werden.

Reden Sie nicht mit jedem. Oft wird gefragt, was ein Unternehmen Aufregendes zu erzählen hat. Die Antwort: Eine Firma ist voll von spannenden Geschichten, Know-how und Erfahrungen. Etwa aktuelles Wissen aus dem eigenen Fachgebiet, ein Bericht über ein neu erstelltes Produktionswerk, der Ausflug der Lernenden zum Ausbildungsabschluss, Hinweise auf Branchenevents oder die Erfolgsstory Ihres Kunden. Damit wir uns verstehen: Nicht die ganze Welt findet diese Themen spannend. Aber Sie wollen auch nicht mit der ganzen Welt reden, sondern mit Ihren Anspruchsgruppen. Ausgewählte Personenkreise, mit denen Sie bestimmte Ziele verfolgen.

Erzählen Sie die ganze Geschichte. In der Social Media-Welt ist der unternehmenseigene Blog der zentrale Ort, um diese Gespräche zu führen. Vergleicht man es mit «analogen» Unterhaltungen, ist der Blog der Ort für das Kaminfeuer-Gespräch: Ein angeregter und vertiefter Austausch zwischen Interessierten. Als Autor haben Sie genügend Raum, um Ihre Geschichte und Ihre Botschaft auszuformulieren und mit Bildern, Videos oder Tondokumenten zu illustrieren. Allerdings macht es keinen Spass, alleine im Blog zu warten, bis jemand vorbei stolpert.

Halten Sie ein Schwätzchen. Gehen Sie deshalb raus und suchen Sie Gesprächspartner: Facebook und Twitter sind die Kanäle, um auf Geschichten hinzuweisen. Dort passiert der Small Talk, das sind die virtuellen Räume für die Kaffeepause. Hier gehen Sie vorbei und rufen «Hallo, auf meinem Blog biete ich interessanten Gesprächsstoff». Sie twittern über Ihren neuen Blogbeitrag und verweisen auf der Facebook-Page Ihrer Firma darauf.

Hören Sie zu. Die Leute werden Ihnen zuhören und Ihren Blogbeitrag in unterschiedlichen Formen beantworten. Ein Kommentator ergänzt vielleicht einen Blogbeitrag mit weiteren Infos. Ein Facebook-Freund will Ihnen mitteilen „Tolle Idee!“ und verwendet dazu den Like-Button. Eine Dritte findet, Ihre Geschichte könnte für ihr Netzwerk interessant sein und retweetet den Hinweis auf Ihren Blogbeitrag. Ein Vierter liest Ihren Artikel und kontaktiert Sie anschliessend auf Xing.

Machen Sie sich Freunde. Nun wird also über Sie geredet. Damit haben wir den Punkt erreicht, den viele fürchten: «Wir verlieren die Kontrolle über die Kommunikation.» Was natürlich falsch ist. Weil Sie auch vorher keine Kontrolle darüber hatten, was andere Leute über Ihr Unternehmen erzählen. Im Gegenteil, die Teilhabe an Social Media wird Ihnen nützen: Weil Sie sich als interessanter Gesprächspartner positionieren und positive Eindrücke hinterlassen. Sie investieren in ein Netzwerk von Menschen, die Ihnen wohlgesonnen sind und wenn nötig für Sie einstehen werden. Ihre eigene Öffentlichkeit, Ihr soziales Kapital.

Hören Sie auf zu kommunizieren. Das werden Sie eines Tages vielleicht auch in Anspruch nehmen. Denn realistischerweise müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen ein Gesprächspartner mal widerspricht, etwas anderes behauptet oder sich sogar beschwert. Dass jemand sie angreift. Das kann und wird wohl vorkommen. Denken Sie dann daran: Das ist normal. Das nennt sich Dialog. Echte Gespräche zwischen echten Menschen. Ihr Gegenüber wird Ihnen dankbar sein und sich daran erinnern.

Weitere Informationen » Die Studie von Bernet_PR und Barbara Kunert

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