Corporate Blogs vs. Facebook: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Klaus Eck findet Blogs besser als Facebook. Solche Vergleiche sind ungefähr so zielführend wie ein Shootout zwischen meinen Wanderschuhen und Sarah Jessica Parkers 11 cm-High Heels.

Bloggen würde unterschätzt und dem Corporate Blog in vielen Unternehmen zuwenig Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dabei, schreibt Klaus Eck, würden die Vorteile von Corporate Blogs auf der Hand liegen – Sicherheit, Unabhängigkeit, mehr Aufmerksamkeit. Deshalb sei ein Unternehmensblog besser als eine Facebook-Seite. Derartige Betrachtungsweisen – Facebook vs. Blogs vs. Twitter vs. «Was-immer-da-noch-kommen-mag» – greifen aber zu kurz. Das reichhaltige Instrumentarium neuer Kommunikationsinstrumenten verlangt von Unternehmen ein ganzheitliches und integriertes Vorgehen.

Zuerst der Disclaimer…
Um das klarzustellen: Wir heissen Blogwerk, publizieren 400 Blogpostings pro Monat, unterstützen unsere Kunden mit einem eigenen Blog-Tool und preisen die Vorteile des Corporate Bloggings gefragt oder ungefragt an jeder Strassenecke an. Wir halten den Corporate Blog für das beste Tool der Unternehmenskommunikation seit der Erfindung der Tontafel in Mesopotamien. Unternehmen ohne Corporate Blog werden dem Untergang geweiht sein.

Das Beste aus allen Welten
Bloss wollen wir nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Ein Corporate Blog hat eine andere Aufgabe als die Facebook-Präsenz eines Unternehmens. Es sind unterschiedliche Instrumente der Unternehmenskommunikation, die sich für unterschiedliche Zielsetzungen eignen. Beziehungsweise die sich im optimalen Fall ergänzen und unterstützen und es uns ermöglichen, noch mehr aus dem einzelnen Instrument herauszuholen.

Seit Beginn verfolgen wir den Ansatz, den Blog in das Zentrum der Social Media-Aktivitäten zu stellen – das Herz der Online-Kommunikation. Von da aus integrieren wir andere Kanäle wie Facebook, Twitter und Google+, um den Blog zu unterstützen.

  • Distribution: Ist der Artikel im Blog publiziert, verkünden wir die frohe Botschaft via Facebook, Twitter, Google+ und Konsorten: «Hier habe ich was Tolles geschrieben, hier ist der Link, kommt auf meinen Blog und lest mit.»
  • Empfehlungen: Eine aktive Fangemeinde auf Facebook oder Twitter wird mir helfen, indem sie meinen Artikel weiterempfiehlt. Meine Follower generieren Empfehlungen und sorgen für mehr Traffic auf meinem Blog.
  • Suchmaschinenoptimierung: Soziale Signale – Likes, Retweets und +1en – werden schon heute von den Algorithmen der Suchmaschinen berücksichtigt. Artikel, die öfters retweetet oder auf Facebook geteilt werden, sind vermutlich relevanter als Postings, die weniger soziale Signale ausgelöst haben.
  • Diskussion: Kommentare zu publizierten Artikel werden zum grösseren Teil auf den Blogs hinterlassen. Aber auch auf anderen Kanälen wird darüber diskutiert. Wir reden mit dem Leser dort, wo er möchte.

Facebook, Twitter und Blogs sind Instrumente der Unternehmenskommunikation, die eines gemeinsam haben: Sie erlauben es, auf einfache Art mit Kunden, Fans und anderen Stakeholdern in Kontakt zu treten und Unterhaltungen zu führen. Das ist die Gemeinsamkeit und das innovative Element, das uns bisher in der Unternehmenskommunikation nicht zur Verfügung stand.

Gespräch ist nicht gleich Gespräch
Allerdings werden unterschiedliche Arten von Gesprächen geführt: Den Blog kann man als Debattierklub sehen, in dem Themen vertieft werden. Twitter hat die Funktion der Kaffeemaschine im Büro: Man trifft sich zufällig, fragt nach dem Wetter, verweist den Kollegen auf einen interessanten Blogpost oder ärgert sich über den Tatort von gestern. Facebook wird immer mehr zum Fotoclub: «Schau hier, das Ferienbungalow in der Toskana.» oder «Hallo Leute, so sieht unser neues Smartphone aus.» Das hat nichts mit der oft zitierten Banalität auf diesen Kanälen zu tun – wir würden es auch als unpassend empfinden, wenn uns der Nachbar an der Bushaltestelle in eine vertiefte Diskussion über Aristoteles verwickeln möchte.

Es braucht Solisten und Dirigenten
Social Media-Kommunikation bedingt heute die Fähigkeit zum Orchestrieren: Brillante Solisten bilden unter fachkundiger Leitung ein Ganzes, das eben mehr ist als die Summe der einzelnen Teile. Die einzelnen Musiker spielen nicht «gegeneinander», sondern bilden einen (hoffentlich) harmonischen Klangkörper. Erfolgreiche Kommunikationsfachleute verfolgen auch mit Social Media einen solchen ganzheitlichen Ansatz.

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