Archiv der Kategorie: Online-Kommunikation

Social Media und die Mär der kostenlosen Unternehmenskommunikation

Social Media-Kommunikation ist nicht gratis. Dass gute Inhalte Geld kosten, ist inzwischen akzeptiert. Nun will Facebook aber auch noch, dass wir Geld für Reichweite ausgeben – und es wird wohl besser sein, wenn wir uns daran gewöhnen.

Facebook hat im Dezember den sogenannten Newsfeed Algorithmus geändert. Und dabei offenbar die organische Reichweite der Kommunikation von Unternehmen eingeschränkt. Daraufhin ging ein Raunen oder fast schon ein empörter Aufschrei durch das Web – der zeigte, dass noch einige Missverständnisse existieren, wenn es um Kommunikation in sozialen Netzwerken geht.

Der Facebook Newsfeed Algorithmus (früher häufig als Edge Rank bezeichnet) bestimmt, was ein Facebook-Nutzer zu sehen kriegt, wenn er sich einloggt. Facebook sagt, dass dabei jedes Mal rund 1500 Mitteilungen auf den Nutzer warten – und das seien zuviel. Also trifft der Algorithmus eine Vorauswahl. Social Media und die Mär der kostenlosen Unternehmenskommunikation weiterlesen

Kaufentscheidungen und Content Marketing: Was Hersteller und Händler tun könnten

Hersteller und Händler könnten viel mehr tun, um Konsumenten bei ihren Kaufentscheidungen zu unterstützen. Die meisten lassen die Chancen im Web ungenutzt vorbeiziehen.

Im Web eine Digitalkamera oder einen Laptop zu kaufen, ist nicht schwer. Beratung für den Kauf zu erhalten ist ebenfalls möglich. Produktetests auf Blogs und Online-Portale helfen; in Foren werden meine Fragen beantwortet und ich profitiere von den Erfahrungen anderer Käufer. Empfehlungsplattformen und Review-Sites geben weitere Hinweise.

Bloss zwei Player glänzen in meiner Suchphase durch Abwesenheit: Die Hersteller und die Händler. Bei ihnen erhalte ich Produktinformationen, Spezifikationen und ab und zu eine Funktionalität zum Vergleich der Produkte. Vielleicht werden noch bunte Award-Logos angebracht, Hinweise auf Reviews und Tests sind schon selten. Kaufentscheidungen und Content Marketing: Was Hersteller und Händler tun könnten weiterlesen

Social Media und Content: Vergiss den Neukunden

Für wen erstellen wir Content für Blogs, Facebook oder Twitter? Die Antwort: Für alle möglichen Kommunikationspartner, bloss nicht für neue Kunden.

Die Erklärung dazu liegt auf der Hand: Social Media sind Netzwerke und Netzwerke bestehen aus Verbindungen zu uns bekannten Menschen. Diese Menschen wollen wir dazu anregen, unsere Botschaften weiterzutragen und über uns zu reden. Wenn wir Inhalte erstellen, tun wir das immer für Leute, die wir schon kennen – in der Hoffnung, dass sie uns und unsere Inhalte weiterempfehlen und so noch unbekannte Menschen auf uns aufmerksam werden. Und dann vielleicht irgendwann zu Kunden werden.

Das heisst, unsere Blogartikel, Facebook-Posts oder Tweets müssen vor allem von den Leuten geschätzt werden, die wir schon kennen – die unseren Newsletter abonniert haben, unsere Facebook-Page verfolgen oder zu unseren Twitter-Followern gehören. Diese Menschen lassen sich für ein Unternehmen in der Regel einfach in verschiedene Gruppen einteilen – wenn auch nicht immer ganz überschneidungsfrei:

  • Die stärksten Verbindungen hat ein Unternehmen in der Regel zu den eigenen Mitarbeitenden. Das ist eine Gruppe, die uns nahe steht, mit der wir häufig Kontakt haben und die – davon gehen wir im positiven Falle aus – auch gerne über ihr Unternehmen reden und diskutieren. Nicht zu vergessen sind dabei die ehemaligen Mitarbeitenden – eine sehr wichtige Gruppe!
  • Daneben haben wir Lieferanten, Dienstleister und andere Partner – häufig langjährige und enge Verbindungen. Man kennt sich und ist aufmerksam gegenüber den Aktivitäten des anderen.
  • Kunden und Klienten gehören natürlich auch zu unserem Netzwerk, die Kontakthäufigkeit liegt aber vielfach schon etwas tiefer.
  • Viele Unternehmen haben auch ein Netzwerk von Fans und Interessierten; Menschen, die unsere Aktivitäten kritisch-wohlwollend, aber immer sehr interessiert verfolgen.

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Corporate Blogs vs. Facebook: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Klaus Eck findet Blogs besser als Facebook. Solche Vergleiche sind ungefähr so zielführend wie ein Shootout zwischen meinen Wanderschuhen und Sarah Jessica Parkers 11 cm-High Heels.

Bloggen würde unterschätzt und dem Corporate Blog in vielen Unternehmen zuwenig Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dabei, schreibt Klaus Eck, würden die Vorteile von Corporate Blogs auf der Hand liegen – Sicherheit, Unabhängigkeit, mehr Aufmerksamkeit. Deshalb sei ein Unternehmensblog besser als eine Facebook-Seite. Derartige Betrachtungsweisen – Facebook vs. Blogs vs. Twitter vs. «Was-immer-da-noch-kommen-mag» – greifen aber zu kurz. Das reichhaltige Instrumentarium neuer Kommunikationsinstrumenten verlangt von Unternehmen ein ganzheitliches und integriertes Vorgehen.

Zuerst der Disclaimer…
Um das klarzustellen: Wir heissen Blogwerk, publizieren 400 Blogpostings pro Monat, unterstützen unsere Kunden mit einem eigenen Blog-Tool und preisen die Vorteile des Corporate Bloggings gefragt oder ungefragt an jeder Strassenecke an. Wir halten den Corporate Blog für das beste Tool der Unternehmenskommunikation seit der Erfindung der Tontafel in Mesopotamien. Unternehmen ohne Corporate Blog werden dem Untergang geweiht sein. Corporate Blogs vs. Facebook: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile weiterlesen

Social Media: Le Shitstorm n’existe pas

Shitstorms sorgen für Aufregung und Unternehmen wappnen sich gegen die konzertierten Empörungswellen. Dabei geht ein Thema vergessen, das für viele Firmen auf Facebook viel wichtiger wäre: die gute alte Einwandsbehandlung.

Sie sind das viel diskutierte Social Media-Thema der Saison: Shitstorms – riesige Empörungswellen, die sich via Social Media über Unternehmen ergiessen. Inzwischen gibt es Dutzende von Anleitungen, Tipps und Tricks zu dem Thema – sogar spezialisierte Agenturen bieten Hotlines für Notfälle an.

Shitstorm sind konzertierte Aktionen

Bloss: Für die meisten Unternehmen und ihr Social Media-Alltagsgeschäft sind Shitstorms keine besonders relevante Gefahr. Wie Campaigning-Experte Daniel Graf in Wie starte ich einen Shitstorm? erläutert:

Empörungswellen sind selten Produkte des Zufalls, sondern die Folge von mehr oder weniger professionellen Kampagnen. Deren Ziel ist es, öffentlichen Druck zu erzeugen.

Shitstorms sind in aller Regel Kampagnen, die von NGOs lanciert werden. Ein legitimes Mittel, wie ich finde, um für die eigenen Anliegen Aufmerksamkeit zu generieren.

Interessant genug für einen Shitstorm?

Wie man das macht, beschreiben Daniel Graf und Dominik Ryser in einem eigenen How to-Guide. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist ein lohnenswertes Ziel. Das Unternehmen im Visier muss einen entsprechenden Resonanzkörper bieten – also ausreichend hohe Bekanntheit haben, interessant für die Medien sein und im besten Fall bereits einen Track Record in, sagen wir, nicht so nachhaltigem Unternehmertum aufweisen. Ein mittleres Unternehmen aus der Schweiz erfüllt diese Bedingungen meistens nicht. Social Media: Le Shitstorm n’existe pas weiterlesen