Kategorie-Archiv: Lernen

Das Web ermöglicht völlig neue Formen des Lernens – insbesondere im Bereich des informellen und selbstgesteuerten Lernens. Da will ich mehr drüber wissen.

ich

Social Media und Lernen: Unterlagen und Links zum 28. März 2014

Am 28. März 2014 durfte ich an der Fachhochschule Nordwestschweiz mit 20 Ausbilderinnen und Ausbilder das Thema Social Media und Lernen diskutieren. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer habe ich hier die wichtigsten Unterlagen und weiterführende Links bereitgestellt.

Was sind Social Media?

Social Media (auch Soziale Medien) bezeichnen digitale Medien und Technologien (vgl. Social Software), die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu erstellen.

(Quelle: Wikipedia)

Der menschliche Filter vs. das maschinelle Finden

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edublogs

12 lesenswerte Weiterbildungs-Blogs

Neben Kommunikation, Online-Marketing und Texten ist Weiterbildung eines meiner Interessen. Das ist nicht so weit auseinander, wie es auf den ersten Blick scheint: Wie statte ich Menschen mit Impulsen und Informationen aus, um sie anzuregen, sich von Punkt A nach Punkt B aufzumachen.

Ausserdem: Meiner Beobachtung nach gibt es zwei Gebiete, in denen das Online-Leben oder Social Media diskutiert und eingesetzt werden: Marketing / Kommunikation und eben Weiterbildung. Zwei Gebiete, die es bisher am besten verstanden haben, die neuen Tools zu nutzen. Im Marketing geschieht das mit grösseren Buchstaben und Gedöns, im Bereich Bildung wird es nachhaltiger Einfluss haben: Immerhin geht es da um unser Lernen, unsere Kinder – also unsere Zukunft.

Deshalb gibt es eine Vielzahl von Weiterbildungs- und Education-Spezialisten, die das Netz aktiv nutzen. Sie tun das in Blogs und auf sozialen Netzwerken, um sich zu organisieren und vor allem um zu lernen. Entsprechend finden sich viele hervorragende Blogs zum Thema. Das spannende: Diese Blogs entstanden häufig aus Gründen des Eigengebrauchs: Also damit der Autor ein Gefäss hat, um Spannendes zu sammeln, Entwicklungen zu reflektieren oder eigene Gedanken mal in Rohform zu «Papier» zu bringen. Entstanden ist eine erfrischend selbstdarstellungsfreiere Blog-Szene.

Hier mein Lesevorschlag für Edu-Blogs, unsortiert und ohne Rangreihenfolge, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und in der Gewissheit, wichtiges vergessen zu haben. Dafür 12 Blogs, bei denen ich mich freue, wenn neue Artikel im RSS Reader auftauchen.

Beat Döbeli

Beat Döbeli Honegger ist Informatiker und Professor an der PH Schwyz. Spannende Projekte aus dem richtigen Leben: Was passiert, wenn Kinder mit iPhones in der Schule lernen? Sind Tablets nicht nur ein Hype?
wiki.doebe.li/Beat/WebLog

Christian Spannagel

Christian Spannagel ist Dozent an der PH Heidelberg und probiert alles aus, was mit Lernen, Computer und Web 2.0 zu tun hat. Revolutioniert die Mathematikdidaktik und ist als Bildungsreporter unterwegs.
cspannagel.wordpress.com/

Clive Shepherd

Clive Shepherd hat – für diese Branche – wirklich extrem lange Erfahrung mit E- und Blended Learning. Er setzt sich vor allem damit auseinander, wie E-Learning funktioniert und wie entsprechende Lernarchitekturen aussehen sollten.
clive-shepherd.blogspot.com/

Dana Boyd

Dana Boyd ist unter anderem Senior Researcher bei Microsoft Research und Research Assistant Professor an der New York University. Eines ihrer Themen ist die Jugendkultur in einer vernetzten Welt und sie studiert das Verhalten – und damit auch das Lernen – von Jugendlichen auf Facebook, Twitter & Co.
www.zephoria.org/thoughts/

Donald Clark

Donald Clark lebt in Brighton, Sussex, und bloggt seit 2006 über Bildung, Training und Lernen. Seine Postings sind immer lesenswert – gerade in den vergangenen Wochen hat er seinen Blogmarathon gestartet: Kurzportraits von 50 Persönlichkeiten und Denkern der Bildung der letzten paar tausend Jahren – von Plato und Jesus bis zu David Kirkpatrick.
donaldclarkplanb.blogspot.com/

George Siemens

Die von George Siemens entwickelte Lerntheorie Konnektivismus bezieht sich auf das Lernen im digitalen Zeitalter und setzt den Menschen als vernetztes Individuum ins Zentrum. Der Kanadier lehrt an der Athabasca University und hat mit Stephen Downes die ersten konnektivistischen Online-Kurse (so genannte Massive Open Online Courses) konzipiert und durchgeführt.
www.elearnspace.org/blog/

Hans de Zwart

Hans de Zwart ist Senior Innovation Adviser for Global HR Technologies (was für ein Jobtitel!) bei Shell, beschäftigt sich also direkt im Unternehmensumfeld mit neuen Ideen für’s Lernen. Auf seinem Blog gibt’s viele praktische Infos, etwa über den Einsatz verschiedener Software-Tools, und Berichte über eigene Experimente wie sein Team-Storytelling-Versuch mit einem Microblogging-Tool (imgriff.com-Artikel dazu).
blog.hansdezwart.info/

Harold Jarche

«Life in perpetual beta», hat Harold Jarche seinen Blog überschrieben. 20 Jahre lang für die kanadische Armee tätig arbeitet er heute als freier Berater für Unternehmen und hilft, neue Lernformen umzusetzen. Eines seiner Hauptthemen ist das Personal Knowledge Management. Der Hardcore-Blogger schreibt seit 2004 ins Internet und hat in einem kürzlich erschienenen Artikel auch erklärt, wie das Bloggen sein Leben verändert hat.
www.jarche.com/

Jane Hart

Jane Hart ist eine der ersten Social Media Learning-Spezialistinnen: Wie setzten Unternehmen und Schulen Social Media ein, um neue Lernmöglichkeiten zu schaffen? Dazu bloggt und schreibt sie regelmässig. Bekannt ist vor allem auch ihre jährlichen Liste der Top 100 Learning Tools: Eine grosse Umfrage zu den von Trainern und Dozenten meist genutzten digitalen Tools.
www.c4lpt.co.uk/blog/

Jochen Robes

Der Weiterbildungsblog von Jochen Robes ist eine feste Grösse in der deutschsprachigen Edubloggerszene – da führt kein Weg daran vorbei (und auch ein ganz hervorragendes Beispiel, wie man sich mit Bloggen internationalen Expertenstatus erarbeiten kann). Robes wurde vor einiger Zeit von einer St.Galler Professorin als wahres «Trüffelschwein» bezeichnet: Auf seinem Blog findet man täglich Hinweise auf Blogpostings, Publikationen, Studien und Artikel rund um das Thema Bildung und E-Learning.
www.weiterbildungsblog.de/

Luis Suarez

«Sich kurz fassen» ist ein beliebter Tipp, wenn es um Blogpostings geht. Solche Ratschläge tropfen an Luis vermutlich ab wie Regen an einer Goretex-Jacke. Der spanische Knowledge Manager bei IBM holt gerne aus, wenn er über seine Anliegen schreibt: Knowledge Management, Community Building und Social Computing. Bekannt wurde er unter anderem durch seinen Selbstversuch, E-Mail aus seinem Leben zu verbannen und andere elektronische Kanäle zu nutzen. Sehr inspirierend und fundiert.
www.elsua.net/

Stephen Downes

Stephen ist ein Kollege von George Siemens, also auch der kanadischen Konnektivisten-Szene zuzurechnen. Auf Stephens Web gibt es jeden Tag kurze Hinweise auf spannende Artikel, immer versehen mit seiner Einschätzung, Widerspruch oder Ergänzung. Fast schon ein Klassiker ist sein Blogbeitrag «Was wir wirklich lernen müssen» von 2006 – klarer Lesebefehl (Original, deutsche Übersetzung)
www.downes.ca/

DYI Camera Kit

DIY: Die Lust am digitalen Selbermachen

Heute habe ich mich mit @janro beim Mittagessen gefragt, wieso ein Tool wie WordPress soviele Leute dazu bringt. Tausende von unbezahlten Arbeitsstunden zu leisten. Natürlich gibt es rund um die Blogplattform inzwischen ein globales Ökosystem von Dienstleistern und Beratern, die ihr Geld damit verdienen. Es bleiben aber immer noch einige tausend begeisterte Entwickler und Designer, die kostenlos Themes oder Plugins erstellen. Weshalb?

Warten auf eine DIY Collaboration Suite

Heute abend bin ich auf einen Artikel gestossen, in der ein Collaboration Consultant (auch ein Beruf, heute) zitiert wurde: Do we need WordPress for the Enterprise? Und zwar wartet er im Bereich Collaboration auf eine Plattform, die in dem Bereich das gleiche tut wie WordPress für Blogs: Eine DIY Collaboration Suite, die jeder nach eigenem Gusto mit Widgets und Plugins versehen kann und so seine ganz einzigartige Collaboration Plattform kreieren kann.

Digitales Rumbasteln

Und da fiel mir wieder ein, was mir selbst am meisten Spass macht bei WordPress: Das Rumbasteln. Ein neues Plugin entdecken, ausprobieren und sich fragen, was man damit anstellen könnte. Oder einfach ab und an das Theme wechseln, um dem Blog einen neuen Look zu geben. Das bedingt dann natürlich immer wieder das neue Anlegen von Widgets und sonstige Kleinigkeiten.

Der neue Hobbykeller

Vielleicht ist das Basteln an WordPress oder zukünftigen Collaboration Suites das DIY unserer Väter: Sie haben im Bastelkeller an Elektronistallationen gelötet, an meiner Modelleisenbahn rumgeschraubt oder Bauernschränke angemalt. Plattformen wie WordPress machen das möglich, auch als Laie kann ich damit rumspielen und sehe brauchbare Resultate. Natürlich niemals in der Qualität, wie das ein erfahrener und ausgebildeter Code Wizzard macht. Aber eben so wie man früher im Hobbykeller am Wochenende Schreinerarbeiten hergestellt hat.

Ich sehe dieses Phänomen auch in anderen Bereichen, die Edupunk-Welle der letzten Jahre ist nur ein weiteres Beispiel. Die Lust am digitalen Selbermachen.

Bild: Travis Gray bei flickr.com (CC BY NC 2.0)

pearltree

Pearltrees: Social Bookmarks als Perlen

Curation Tools gehören zu einer neueren Kategorie von Apps. Storify verwende ich inzwischen gerne, etwa um hier auf dem Blog meine wöchentliche Leseliste zu veröffentlichen.

Pearltrees ist eine webbasierte Anwendung aus Frankreich – was sie doch schon recht exotisch macht. Pearltrees ist im Grunde nichts anderes als ein Social Bookmarking-Dienst. Als Metapher für die Software dienen eben «Perlen»: Wertvolle Links sind Perlen. Links, die für mich ein Themengebiet darstellen, kann ich zu einem «Perlenbaum» zusammenfügen – wiederum bestehend aus verschiedenen Ästen. Damit lassen sich ganze Themengebiete zu einem Baum umformen; in diesem Post hier habe ich einen Pearltree zum Thema Corporate Blogs zusammengestellt.

Die »Perlen», die ich ansetze, sind entweder selbstgefundene Links oder Perlen von anderen Pearltrees-Nutzer, die ich verwenden kann. Pearltree erlaubt es, die «Bäume» anderer Pearltrees-Nutzer zu durchforsten und Geeignetes für den eigenen Baum zu nutzen.

Pearltrees Entwickler haben offenbar sehr viel Wert auf die konsequente Umsetzung ihrer Metapher gelegt – und sie auch wirklich visuell sehr ansprechend gestaltet. Die Anwendung lässt sich rasch erlernen und einfach anwenden, es macht Spass, damit zu arbeiten.

Die Funktionalität ist eher simpel. Die einzelnen Zweige lassen sich weder beschriften noch mit Notizen versehen; andere Nutzer müssen sich ihre eigene Erklärung machen, wie meine Anordnung zu deuten ist. Damit bleibt Pearltrees ein wirklich sehr hübsch gestalteter Bookmarking-Dienst, inklusive Social-Features.

(Artikelbild: Amboo Who bei flickr.com, CC BY 2.0)

Story Road, Highway 101, San Jose

Storify als Lerninstrument

Storify gehört zur Gattung der Curation Tools. Curation ist das Hypethema der letzten drei Jahre, insbesondere im Journalismus: Die Aufgabe der Medien bzw. eines Journalisten sei es eben auch, Informationen und News zu sichten und in einen Ablauf zu bringen, Kontext herzustellen oder Zusammenhänge aufzuzeigen. Das ergibt dann ganz famose Diskussionen über die Zukunft des Journalismus, der Medien, yadiyadiyaa. Lassen wir das hier.

Dieser Trend «Curation» hat nun Tools hervorgebracht, die sich hervorragend für ganz verschiedene Dinge brauchen lassen, nicht nur für die Medienarbeit. Das Prinzip von Storify ist einfach: Storify bietet eine leere Leinwand, darauf platziere ich Schnipsel aus dem Internet. Diese Schnipsel können von Twitter stammen, eine URL, ein Foto von Flickr. Diese Ausschnitte kann ich als Storifier mit zusätzlichem Text versehen, kommentieren und ergänzen.

Ereignisse dokumentieren

Ereignisse, über die im Web geredet wurde, lassen sich so zu einer Geschichte machen. Als Beispiel: Hier haben die Leute von NZZ Labs eine Podiumsdiskussion mit Storify nacherzählt und dokumentiert. Sie haben die Tweets der Teilnehmer und des Publikums verwendet, in einen für sie sinnvollen Ablauf gebracht und so die Geschehnisse während des Anlasses dokumentiert.

Wissen sammeln und zugänglich machen

Ich habe Storify bisher für zwei Arten von Blogbeiträgen verwendet. Der erste Beitrag war die pokeRT Bibliothek: Während einer Podiumsdiskussion zum Thema «Zukunft des Buchmarktes» haben wir das Publikum aufgerufen, aktuelle Buchempfehlung via Twitter zu teilen. Während der Diskussion kamen rund 40 Empfehlungen und Buchtipps zusammen. Das altbekannte Problem bei Twitter: Da herrscht immer etwas Unordnung und die Tweets sind via Twittersuche nur eine begrenzte Zeit zugänglich. Also habe ich alle Tweets mit Buchempfehlungen gesammelt, einen Storify-Beitrag daraus gemacht und das Ganze hier als Blogbeitrag veröffentlicht.

Mein Lernjournal

Meine zweite Anwendung ist meine Leseliste – die Beiträge auf diesem Blog «Diese Woche gelesen». Während der Woche gehe ich meine RSS Feeds durch, besonders lesenswerte Beiträge gebe ich via Twitter weiter. Am Ende der Woche siebe ich nochmals: Was ist auch über die Woche hinweg «gültig» bzw. besonders lesenswert? Da bleiben vielleicht fünf bis sechs Artikel oder Blogpostings übrig. Diese Artikel stelle ich via Storify zu einer Liste zusammen und veröffentliche sie hier auf dem Blog.

Wie die beiden Beispiele zeigen, nutze ich Storify weniger für die Medienarbeit als vielmehr als Wissensmanagement- und Lerninstrument. Die pokeRT-Bibliothek ist ein Beispiel für das Sammeln von Wissen, damit es für andere Menschen zugänglich und nutzbar wird. Meine Leseliste ist nichts anderes als eine Dokumentation meines eigenen Lernprozesses: Storify wird zu meinem Lernjournal.

Storify im Unterricht – weshalb nicht?

Im Bereich Lernen und Ausbildung kann ich mir noch einige weitere spannende Anwendungsmöglichkeiten vorstellen: Schüler können ihre Recherchen zu einem Thema in Geschichte so dokumentieren. Oder ich könnte während eines Kurses nicht anwesende Twitternutzer um einen Input zu einem Thema bieten und mit Storify dokumentieren.

Natürlich – zu einem guten Teil geht das auch ohne Storify. Ich könnte die Lesehinweise als «herkömmliche» Links hier posten oder Tweets via Link einbinden. Storify macht es allerdings sehr einfach. Die Anwendung lässt sich intuitiv nutzen, ist in wenigen Minuten «betriebsbereit» und bietet die Möglichkeit, nicht nur auf Storify zu veröffentlichen, sondern einen Beitrag auch direkt als Blogbeitrag hier zu veröffentlichen.

» Mehr lesen: Martin Weigert bei netzwertig.com über Storify

(Bild: Story Road, umjanedoan auf flickr.com, CC BY 2.0)

mindmaps

Mindmapping-Software

Für eine Kursgruppe habe ich eine kleine, nicht abschliessende Zusammenstellung von Software für Mindmaps erstellt. Die Zusammenstellung umfasst einige Programme, um mit Mindmaps am Computer zu arbeiten. Die Grundfunktionalitäten sind überall vorhanden, kostenpflichtige Software wie Mindmanager bietet Extras. Es empfiehlt sich, mit einem kostenlosen Programm zu starten und bei Bedarf «aufzurüsten».

Freemind
kostenlose Software, für Windows

Xmind
kostenlose Software, für alle Plattformen (Mac OS, Windows, Unix)

Mindmanager
kostenpflichtige Software (inzwischen rund 400 Franken!) für Mac OS und Windows, iOS-Apps ebenfalls vorhanden

Mindmeister
Online Mindmaps, geeignet für Gruppen etc.

iThoughts
Mindmapping-Software für iPhone und iPad, rund 10 Franken

Der Wikipedia-Eintrag bietet noch etwas an Hintergrundinfos zur Technik. Einsatzmöglichkeiten – was kann ich damit anstellen? – finden sich in diesem Artikel. Mind Maps können auch Teil eines persönlichen Wissensmanagement sein – weitere dafür nützliche Instrumente habe ich in diesem Artikel vorgestellt.

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