Thomas Mauch

18.11.12Bin ich der Totengräber der Zeitungen?

1
2871118272_3ae42f2a95_z

Tageszeitungen sterben, liest man überall. Und in diesen Tagen tun sie es auch reihenweise. Was für viele Betroffene – Unternehmen, Verleger, Mitarbeitende – sehr schwerwiegende Konsequenzen hat. Allerorts wird diskutiert, was die Gründe sind: Das Internet (natürlich), die angebliche «Kostenlos-Kultur», die Geschäftsmodelle der Verleger, der Journalismus bzw. dessen Krise und so weiter. Teilweise sehr interessante und aufschlussreiche Diskussionen, etwa hier, hier oder hier.

Beruflich bin ich im publizistischen Bereich tätig und beobachte die Entwicklungen. Was sind die Gründe, was geschieht da draussen? Selbstbezogen wie ich bin, beginne ich mit der Suche nach solchen Antworten immer bei mir selber – also Zeit für eine kleine Nabelschau: Ich habe keine Tageszeitung abonniert (trage auch zum Sterben bei), und würde mich trotzdem als informationsaffin bezeichnen. Mein täglicher Medienkonsum liegt vermutlich über dem Durchschnitt, wenn man das Fernsehen ausklammert (ich schaffe es einfach nicht, täglich 220 Minuten Fernsehkonsum zu toppen). Also habe ich mir einen Überblick über meine Mediengewohnheiten verschafft:

Radio: Ich mag Radio, insbesondere die Nachrichtensendungen. Immer aktuell, immer unaufdringlich, bieten einen guten ersten Newsüberblick während des Frühstücks. Radiomacher wissen um die begrenzte Aufmerksamkeit ihres Publikums und passen ihr Informationsangebot entsprechend an. DRS 1 ist meine Lieblingsstation, weil hier die morgendliche Gute Laune-Anmache fehlt und die Musikauswahl auch nicht schlimmer ist als auf anderen Kanälen: Vielleicht 20 Jahre älter, aber im grossen und ganzen gleich schlecht.

RSS Reader: RSS ist eine geniale und sehr unterschätzte Erfindung. Ich habe damit rund 250 Blogs und Newssites abonniert, jeden Morgen warten rund 100 bis 150 Artikel darauf, von mir gelesen zu werden. Daraus ergibt sich für mich ein Informationsmix, der so ziemlich genau meinen Interessen entspricht und von aussen gesehen ziemlich abstrus erscheinen musst: Von beruflich bezogenen Fachartikeln über Nachrichten zu meinen persönlichen Interessen (Micro Four Third-Kameras, etwa) bis hin zum täglichn Cartoon. Davon sortiere ich einiges schon nach dem Lesen der Überschriften aus, anderes überfliege ich, einige Artikel wiederum lese ich vertieft.

Twitter: Der Microblogging-Dienst wird mehr und mehr zur unverzichtbaren Newsquelle, insbesondere dank des Listen-Features. Ich habe mir eine Liste mit deutschsprachigen Medien zusammengestellt – damit ist es einfach, den Überblick über aktuelle Polit- oder Wirtschaftsneuigkeiten zu behalten. Gerade kürzlich habe ich eine Liste von Robert Scoble abonniert, die die Tweets der seiner Meinung nach «einflussreichsten Leute im Technologie-Bereich» zusammenbringt. Die Leute wiederum verweisen auf lesenswerte Artikel – die Liste ist also «Über-Meta». Hilft mir im Job sehr.

Print: Ich habe den Economist, die Brand Eins und die Harvard Business Review abonniert. Erstens weil sie Überblick, Gewichtung und Analyse bieten und mich auch auf Themen aufmerksam machen, die ich sonst übersehen hätte. Beziehungsweise weil sie mich auf längerfristige Entwicklungen aufmerksam machen und diese Entwicklungen aus verschiedensten Perspektiven beleuchten.

Bücher: Lese ich auf dem Kindle – einfach weil es meiner Meinung nach das beste Gerät dafür ist. Was ich ärgerlich finde, weil es mich von Amazon abhängig macht. Also hoffe ich auf andere Anbieter, die möglichst rasch ähnliche gute Reader auf den Markt bringen. Zum Beispiel um nachts im Dunkeln zu lesen. Sonst wünsche ich mir doch noch den Kindle Paperwhite (die Besprechung im Spiegel) zu Weihnachten. Beeilt euch, bitte.

Podcasts: Radiosendungen als Podcasts zu abonnieren ist eine ganz grossartige Erfindung. Mein Favorit sind die SWR2-Wissenssendungen. Davon höre ich mir wöchentlich mindestens zwei Ausgaben an. Ich liebe die Auswahl der Themen, die mich etwa gestern dazu gebracht hat, 30 Minuten lang den Archäologen zuzuhören, die das Schlachtfeld bei Lützen durchwühlen, auf dem 1632 die Armee des schwedischen Königs Gustav II. Adolf gegen die kaiserlichen Truppen unter Albrecht von Wallenstein gekämpft haben. Abartig.

Mit meinen bevorzugten Quellen, ob Internet oder Papier, ob gratis oder kostenpflichtig, komme ich in den Genuss einer unglaublich vielfältigen Medienlandschaft, die weder thematische noch geografische Grenzen kennt. Das ist noch nicht perfekt, ich muss nach wie vor viel Auswählen und Filtern. Aber: Wieso, um Himmels willen, sollte ich meine (leider nicht unendlich verfügbare) Aufmerksamkeit einem einzigen Medium, zum Beispiel einer Tageszeitung, schenken? Wieso sollte ich mich mit meinem ebenfalls begrenzten Budget für eine einzige Quelle entscheiden und mich ein Jahr lang daran binden?

(Bild: Marcus Winter bei flickr.com, CC BY SA 2.0)

28.10.12Bin ich jetzt Spotify-süchtig?

1
turntable

Neue Technologien rütteln meist am Verständnis der eigenen kleinen Welt und verlangen nach einer dauerhaften Veränderung von Verhalten und Einstellungen. Häufig gehöre ich deshalb zu den «Late Adopters» – und entwickle dann ebenso häufig eine ausgeprägte Begeisterung. Mit Spotify bzw. Musik-Streaming-Diensten im allgemeinen tat ich mich lange Zeit schwer. Zwei Dinge stiessen mir dabei immer wieder auf. Erstens mag ich es, Musikstücke «zu besitzen» und zweitens hänge ich nach wie vor an dem Konzept des Albums.

Ein Album ist für mich das zusammenhängende Werk und stellt in seiner Gesamtheit ein Statement dar – etwa das Ergebnis einer bestimmten Schaffensperiode oder die Realisierung eines bestimmten Konzepts, einer Idee. Vermutlich handelt es sich dabei noch um prägende Erinnerungen an die Konzeptalben der 70er und 80er Jahre. Playlists, das dominierende Konzept der Musikorganisation bei Spotify, erinnern mich hingegen an die Kassetten, die ich als Teenie für mich oder für Freunde zusammengestellt habe: Eine sorgsam und mit viel Zeitaufwand zusammengestellte Auswahl, die in der Gänze wiederum eine Absicht verfolgten. Einfach irgendwelche Playlists zu hören scheint mir frevelhaft zu sein.

Auch das «Musik besitzen» hat mit meiner Sozialisierung zu tun. Der Erwerb einer Schallplatte war mit 14 Jahren eine Investition. Es war auch eine Selektion. Auf eine gekaufte Platte kamen mindestens drei andere, die im Laden bleiben mussten. Entsprechend aufwändig gestaltete sich die Kaufentscheidung und gross war der Stolz als neuer Besitzer. Aufgeregt habe ich die Platte nach Hause getragen und mich ihr mindestens zwei Stunden gewidmet. Mit der Möglichkeit, im iTunes Store Downloads zu kaufen, habe ich vor einigen Jahren recht schnell angefreundet – schliesslich gehörten die Files anschliessend mir, wenn auch mit lästigen DRM-Einschränkungen. Aber Streaming ist da schon was anderes: Ich bezahle mit einem Premium-Account für den Zugang, für das Recht, die Musik zu hören. Und wie wir aus kürzlichen Kindle- und Amazon-Stories wissen, ist das nicht immer ganz unproblematisch.

Aber eben: Die Zeit bleibt nicht stehen und ich habe mich deshalb vor einigen Wochen entschlossen, dieses Spotify wieder mal auszuprobieren. Bereits nach einem Tag wechselte ich zur Premium-Variante, vor allem dank der bescheuerten, schweizerdeutsch vertonten Werbung. Die Playlists habe ich einfach für mich zu «Alben» gemacht. Und was bringt es jetzt? Am riesigsten finde ich den Vorteil, neue Musik zu entdecken. Ein bisher unbekanntes Album des Lieblingskünstlers, eine Neuerscheinung einer jungen Band – einfach anhören, und zwar soviele wie ich will. Wie gesagt, wer mit der oben beschriebenen Verknappungssituation aufgewachsen ist, wähnt sich im Schlaraffenland. Sehr hilfreich finde ich dabei die Apps, insbesondere wenn es um Rezensionen geht. Die Apps von Pitchfork, Rolling Stone oder NME in Spotify integrieren, CD-Kritiken lesen und dann sofort anhören. Das ist schon ziemlich «Wow». Der Stream im Premium Account wird bei Spotify mit 320kb ausgeliefert, Soundqualität ist also kein Problem.

Fast unbegrenzte Möglichkeiten, Musik zu entdecken und Instant Gratification – kein Wunder, dass mich Spotify nach wenigen Tagen überzeugt hat. Einige Fragen bleiben aber: Offenbar sind die Einnahmen von Spotify für einen Künstler sehr gering – auch die erfolgreichsten scheinen sehr wenig damit zu verdienen. Kann das Geschäftsmodell also langfristig funktionieren? Und als zweites: Werde ich auch weiterhin Musik kaufen, wenn mir ein Künstler besonders gefällt? Oder verlasse ich mich auf die ständige Verfügbarkeit der Songs in Streaming-Diensten? Keine Ahnung. Wenn ich allerdings beobachte, dass vermehrt Musiklabels zu Besitzern von Streaming-Diensten werden, stehen die beiden Fragen wohl in engem Zusammenhang: Vielleicht Streaming-Dienste als «Content Marketing-Kanal» für die Labels aufgebaut. Und sie zählen darauf, dass ich irgendwann noch kaufe, was mir gefällt.

Bild: Stefan Dotti bei flickr.com

16.10.12Schreibblockade durch häufiges Bloggen?

0
Arbeit!

Vor kurzem hat mir @DianaRomanogli folgende Frage gestellt – die perfekte Gelegenheit, dem eher zähflüssigen Publikationsrhythmus auf diesem Blog hier wieder etwas auf die Sprünge zu helfen:

Zwei Fragen und eine Antwort: Es kommt darauf an.

Zuerst: Ein Blog ist ja nicht mehr als ein Stück Software, mit dessen Hilfe einfach im Web publiziert werden kann. Zu welchem Zweck, mit welcher Absicht liegt in der Hand des Publizierenden. Der ursprüngliche Verwendungszweck von Blogs lässt sich aus der Wikipedia-Definiton ablesen:

Das Blog [blɔg] (auch: der Blog) oder auch Web-Log [ˈwɛb.lɔg], engl. [ˈwɛblɒg], Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch, ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert oder Gedanken niederschreibt.

Verwendet man ein Blog als persönliches Tagebuch, entfällt die Frage nach der Inspiration weitgehend. Aufgeschrieben wird, was durch den Kopf geht – ein Instrument zur persönlichen Reflexion. Und damit eine Methode, die gerade bei Schreibblockaden häufig als probates Gegenmittel empfohlen wird: Ohne Druck und ohne explizites Ziel Gedanken niederschreiben.

Setzt man ein Blog als Instrument der Unternehmenskommunikation kann es natürlich anders aussehen. Ein Redaktionsplan will gefüllt sein und packende Stories gefunden werden. Allerdings geht es auch hier nur zum Teil um Inspiration. Ein Redaktions- oder Content-Konzept gibt die Themenbereiche und die Formate vor: Ratgeber-Artikel, Branchenanalysen, Produkteneuheiten, Unternehmensnews und so weiter. Darüber hinaus bietet die Welt um uns herum genügend Anregung – fleissig andere Blogs lesen, Twitter konsultieren oder ein Printmedium abonnieren.

Im Kern geht es bei gutem Content-Marketing immer um eines: Der Content muss informieren oder unterhalten, allenfalls auch beides gleichzeitig. Blogautoren sind Problemlöser, sie versorgen mit Wissen oder sorgen für Entertainment, und lösen damit das Problem der Unkenntnis oder schlicht der Langeweile. Gefragt ist also die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel: Was könnte meine Leserschaft interessieren, wo drückt sie der Schuh?

Ich würde einem Blogger (oder Content Produzenten) zwei Dinge in die Jobanforderungen schreiben: Ein waches Auge für die eigene Umwelt und die Fähigkeit, in die Schuhe des eigenen Lesers zu stehen. Diese zwei Skills verbunden mit Begeisterung oder ausgeprägtem Interesse für das Thema sorgen für genügend Ideennachschub. Auch wenn, und das soll hier nicht abgestritten werden, sich Bloggen trotzdem an und ab wie Arbeit anfühlen kann.

29.05.12Unternehmenskommunikation, wie war das noch früher?

1
Netzwerke

Heute hatten wir auf dem Blog bei blogwerk.com einen geschäftigen Tag. Wir haben drei Artikel veröffentlicht: Eine Stellenausschreibung, die Info über eine Kooperation mit Spiegel Online und den Hinweis auf eine neue Drucksache aus dem Hause Blogwerk, die Google+ Karten.

An solchen Tagen fällt mir jeweils ein, wie wir früher Unternehmenskommunikation gemacht haben – also, so Mitte der 90er Jahre. Und was für Aufwände notwendig gewesen wäre, um Neuigkeiten unter die Leute zu bringen.

Natürlich hatte mein damaliger Arbeitgeber eine Website. Dort hätten wir – mit einigen Mühen und in HTML – diese Infos publizieren können. Ohne CMS war’s noch etwas aufwändiger und an das Download-Formular mag ich nicht denken. Etwas weniger komfortabel, viel Handarbeit und ohne diese praktischen Schnittstellen zu dem Customer Relationship Management.

Aber es wäre möglich gewesen. Der wesentliche Unterschied ist ein anderer: Die Verteilung der Informationen. Die ist heute so einfach wie noch nie. Die Stellenausschreibung für einen Front End-Entwickler haben die meisten unserer Mitarbeiter noch per Facebook oder Twitter mit ihren Netzwerken geteilt. Einige Leute haben uns per Twitter zu unserer Zusammenarbeit mit Spiegel Online gratuliert und es re-tweetet.

Wir konnten auch 1997 im Internet publizieren. Aber mussten dann warten, bis jemand zufällig über unsere Website gestolpert ist. Heute können wir via Social Media zu den Menschen raus.

Alles in allem: Weiter, schneller, günstiger. Und dann staune ich ab und zu, wie einfach das heute ist.

Bild: Alex Panoiu bei flickr.com (CC BY SA 2.0)

12.05.1212 lesenswerte Weiterbildungs-Blogs

0
edublogs

Neben Kommunikation, Online-Marketing und Texten ist Weiterbildung eines meiner Interessen. Das ist nicht so weit auseinander, wie es auf den ersten Blick scheint: Wie statte ich Menschen mit Impulsen und Informationen aus, um sie anzuregen, sich von Punkt A nach Punkt B aufzumachen.

Ausserdem: Meiner Beobachtung nach gibt es zwei Gebiete, in denen das Online-Leben oder Social Media diskutiert und eingesetzt werden: Marketing / Kommunikation und eben Weiterbildung. Zwei Gebiete, die es bisher am besten verstanden haben, die neuen Tools zu nutzen. Im Marketing geschieht das mit grösseren Buchstaben und Gedöns, im Bereich Bildung wird es nachhaltiger Einfluss haben: Immerhin geht es da um unser Lernen, unsere Kinder – also unsere Zukunft.

Deshalb gibt es eine Vielzahl von Weiterbildungs- und Education-Spezialisten, die das Netz aktiv nutzen. Sie tun das in Blogs und auf sozialen Netzwerken, um sich zu organisieren und vor allem um zu lernen. Entsprechend finden sich viele hervorragende Blogs zum Thema. Das spannende: Diese Blogs entstanden häufig aus Gründen des Eigengebrauchs: Also damit der Autor ein Gefäss hat, um Spannendes zu sammeln, Entwicklungen zu reflektieren oder eigene Gedanken mal in Rohform zu «Papier» zu bringen. Entstanden ist eine erfrischend selbstdarstellungsfreiere Blog-Szene.

Hier mein Lesevorschlag für Edu-Blogs, unsortiert und ohne Rangreihenfolge, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und in der Gewissheit, wichtiges vergessen zu haben. Dafür 12 Blogs, bei denen ich mich freue, wenn neue Artikel im RSS Reader auftauchen.

Beat Döbeli

Beat Döbeli Honegger ist Informatiker und Professor an der PH Schwyz. Spannende Projekte aus dem richtigen Leben: Was passiert, wenn Kinder mit iPhones in der Schule lernen? Sind Tablets nicht nur ein Hype?
wiki.doebe.li/Beat/WebLog

Christian Spannagel

Christian Spannagel ist Dozent an der PH Heidelberg und probiert alles aus, was mit Lernen, Computer und Web 2.0 zu tun hat. Revolutioniert die Mathematikdidaktik und ist als Bildungsreporter unterwegs.
cspannagel.wordpress.com/

Clive Shepherd

Clive Shepherd hat – für diese Branche – wirklich extrem lange Erfahrung mit E- und Blended Learning. Er setzt sich vor allem damit auseinander, wie E-Learning funktioniert und wie entsprechende Lernarchitekturen aussehen sollten.
clive-shepherd.blogspot.com/

Dana Boyd

Dana Boyd ist unter anderem Senior Researcher bei Microsoft Research und Research Assistant Professor an der New York University. Eines ihrer Themen ist die Jugendkultur in einer vernetzten Welt und sie studiert das Verhalten – und damit auch das Lernen – von Jugendlichen auf Facebook, Twitter & Co.
www.zephoria.org/thoughts/

Donald Clark

Donald Clark lebt in Brighton, Sussex, und bloggt seit 2006 über Bildung, Training und Lernen. Seine Postings sind immer lesenswert – gerade in den vergangenen Wochen hat er seinen Blogmarathon gestartet: Kurzportraits von 50 Persönlichkeiten und Denkern der Bildung der letzten paar tausend Jahren – von Plato und Jesus bis zu David Kirkpatrick.
donaldclarkplanb.blogspot.com/

George Siemens

Die von George Siemens entwickelte Lerntheorie Konnektivismus bezieht sich auf das Lernen im digitalen Zeitalter und setzt den Menschen als vernetztes Individuum ins Zentrum. Der Kanadier lehrt an der Athabasca University und hat mit Stephen Downes die ersten konnektivistischen Online-Kurse (so genannte Massive Open Online Courses) konzipiert und durchgeführt.
www.elearnspace.org/blog/

Hans de Zwart

Hans de Zwart ist Senior Innovation Adviser for Global HR Technologies (was für ein Jobtitel!) bei Shell, beschäftigt sich also direkt im Unternehmensumfeld mit neuen Ideen für’s Lernen. Auf seinem Blog gibt’s viele praktische Infos, etwa über den Einsatz verschiedener Software-Tools, und Berichte über eigene Experimente wie sein Team-Storytelling-Versuch mit einem Microblogging-Tool (imgriff.com-Artikel dazu).
blog.hansdezwart.info/

Harold Jarche

«Life in perpetual beta», hat Harold Jarche seinen Blog überschrieben. 20 Jahre lang für die kanadische Armee tätig arbeitet er heute als freier Berater für Unternehmen und hilft, neue Lernformen umzusetzen. Eines seiner Hauptthemen ist das Personal Knowledge Management. Der Hardcore-Blogger schreibt seit 2004 ins Internet und hat in einem kürzlich erschienenen Artikel auch erklärt, wie das Bloggen sein Leben verändert hat.
www.jarche.com/

Jane Hart

Jane Hart ist eine der ersten Social Media Learning-Spezialistinnen: Wie setzten Unternehmen und Schulen Social Media ein, um neue Lernmöglichkeiten zu schaffen? Dazu bloggt und schreibt sie regelmässig. Bekannt ist vor allem auch ihre jährlichen Liste der Top 100 Learning Tools: Eine grosse Umfrage zu den von Trainern und Dozenten meist genutzten digitalen Tools.
www.c4lpt.co.uk/blog/

Jochen Robes

Der Weiterbildungsblog von Jochen Robes ist eine feste Grösse in der deutschsprachigen Edubloggerszene – da führt kein Weg daran vorbei (und auch ein ganz hervorragendes Beispiel, wie man sich mit Bloggen internationalen Expertenstatus erarbeiten kann). Robes wurde vor einiger Zeit von einer St.Galler Professorin als wahres «Trüffelschwein» bezeichnet: Auf seinem Blog findet man täglich Hinweise auf Blogpostings, Publikationen, Studien und Artikel rund um das Thema Bildung und E-Learning.
www.weiterbildungsblog.de/

Luis Suarez

«Sich kurz fassen» ist ein beliebter Tipp, wenn es um Blogpostings geht. Solche Ratschläge tropfen an Luis vermutlich ab wie Regen an einer Goretex-Jacke. Der spanische Knowledge Manager bei IBM holt gerne aus, wenn er über seine Anliegen schreibt: Knowledge Management, Community Building und Social Computing. Bekannt wurde er unter anderem durch seinen Selbstversuch, E-Mail aus seinem Leben zu verbannen und andere elektronische Kanäle zu nutzen. Sehr inspirierend und fundiert.
www.elsua.net/

Stephen Downes

Stephen ist ein Kollege von George Siemens, also auch der kanadischen Konnektivisten-Szene zuzurechnen. Auf Stephens Web gibt es jeden Tag kurze Hinweise auf spannende Artikel, immer versehen mit seiner Einschätzung, Widerspruch oder Ergänzung. Fast schon ein Klassiker ist sein Blogbeitrag «Was wir wirklich lernen müssen» von 2006 – klarer Lesebefehl (Original, deutsche Übersetzung)
www.downes.ca/