Online-Kommentare: Medien-Sites haben die Diskussions-Funktion nicht verstanden

Leserbeiträge und Online-Kommentare auf grossen Medien-Sites werden zur Zeit diskutiert, viele Häuser suchen nach neuen Lösungen. Die Ursache des Problems haben Journalisten und Medienfachleute schon treffsicher erkannt: Der Leser, die Leserin. Beziehungsweise der Troll, das Tier, der Pöbel, die Meute. So schön, so einfach, so frei von Selbstkritik.

Diese Sicht greift zu kurz und neue Lösungen finden sich mit dieser Problemanalyse nicht. Eine ganz wesentliche Ursache des Problems wird übersehen: Die Medienhäuser haben nie verstanden, was die Kommentarfunktion eigentlich ist. Stellen wir uns mal vor:  Online-Kommentare: Medien-Sites haben die Diskussions-Funktion nicht verstanden weiterlesen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Marken

Eine sehr treffende Feststellung von Kollege Vielmeier heute morgen auf Twitter.

Hier geht es nicht nur um Social Media, aber die Web 2.0-Plattformen (fast vergessen, der Ausdruck) spielen eine wesentliche Rolle dabei. Mitarbeitende haben bessere Instrumente, um ihr Netzwerk zu pflegen, ihre Arbeit zu präsentieren und ihr Wissen zu teilen und darauf aufmerksam zu machen. Die Menschen arbeiten an ihrer Marke.

Dieser Aspekt wurde in den letzten Jahren wenig diskutiert, aber er gehört zu den fundamentalen Veränderungen, die diese neue Welt mit sich bringt: Arbeitnehmende nutzen Social Media, um sich von Arbeitgebenden zu emanzipieren.

Bad News für Organisationen, die diesen Kulturwandel verpassen.

Artikelbild: Thomas Hawk bei flickr.com (CC BY-NC 2.0)

Economist Espresso – und wieso ich ihn jeden Tag vollständig lese

Der Economist Espresso ist ein Smartphone-Only-Service des Economists. Mit einem kleinen Trick haben die Verlagsleute mich in wenigen Tagen dazu gebracht, jeden Tag die ganze Ausgabe zu lesen.

Der Economist Espresso stellt sich in die Reihe der gerade sehr beliebten Morning oder Daily Briefings: Jeden Morgen liefert die Economist-Redaktion fünf Artikel zu den ihrer Meinung nach wichtigen Dingen des Tages.

Economist Espresso Inhaltsverzeichnis
Economist Espresso Inhaltsverzeichnis

Ein sechster Artikel «The world in brief» informiert über die wichtigsten Schlagzeilen des vorangehenden Tages; das Format kennt man bereits aus der wöchentlichen Print-Ausgabe. Den Abschluss bildet Markets and currencies: Zahlen zur Börsenindexes, Rohstoffpreise etc.

Drei Ausgaben stehen zur Verfügung: Europa, Asia und Americas. Der Economist Espresso wird an fünf Werktagen aufbereitet, am Wochenende ist tatsächlich Pause.

Der Dienst gehört zu den kostenpflichtigen Angeboten des Economists. Das Monatsabo kostet 4 US-Dollar oder 3,60 Euro (aufgepasst: automatische Verlängerung). Wer bereits ein Economist-Abo hat, kriegt den Service gratis. Economist Espresso – und wieso ich ihn jeden Tag vollständig lese weiterlesen

Online ist die Zukunft. Über die Medienkompetenz von Managern.

«Online ist die Zukunft.» Höre ich diese Aussage im Jahr des Herrn 2014 von einem CEO oder einer Managerin, stellen sich meine Nackenhaare auf. Und ich stehe jeweils kurz davor zu sagen: «Unter welchem Stein haben Sie die letzten fünf Jahre geschlafen?»

Online ist nicht die Zukunft. Online ist heute.

Wenn du diesen Blogbeitrag liest, ist die Chance gross, dass du zu meiner Filterblase gehörst. Vermutlich trägst du ein Fitbit und kommunizierst mit deinen Arbeitskollegen via Google+. Aber: Der grosse Teil der Manager da draussen hat sich noch nicht an dieses Ding namens Internet herangetraut. «We need to rethink our strategy of hoping the internet will just go away» ist der Text eines beliebten Cartoons. Ich finde es nicht lustig.

Die digitale Kompetenz der Bevölkerung, insbesondere von Jugendlichen, ist ein beliebtes Thema in Forschung und Medien. Was ich aber selten lese, sind Studien zur Online-Medienkompetenz von Entscheidungsträgern in Unternehmen und Organisationen. Das ist schade, weil ich vermute, solche Studien würden massiven Handlungsbedarf aufzeigen.

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Netzneutralität: Don’t you mess with my Datennetz

Die Netzneutralität wird in der Schweiz seit Monaten diskutiert, diese Tage haben sich die Netzanbieter mit einem gemeinsamen Vorstoss zu Wort gemeldet, die Vertreter der Digitalen Gesellschaft haben dazu Stellung genommen. Ich bin kein Spezialist für Netzneutralität, sehe aber, dass es ein Thema ist, mit dem wir uns alle auseinandersetzen müssen.

Mir liegt dieses Internet am Herzen

Netzneutralität ist nicht unbedingt das Thema, mit dem ich mich am liebsten rumschlage. Gadget-Tests oder Wanderungen finde ich um einiges attraktiver. Andererseits ist es dieses Netz, das es mir möglich macht, über Wanderungen zu schreiben oder Testgeräte zu kriegen. Obwohl ich ein kleiner Fisch bin und mir keine Druckpresse leisten kann.

Mir liegt dieses Internet am Herzen: Ein Internet, dass allen die gleichen Chancen bietet. Versteht mich richtig: Ich glaube nicht an das Internet als Heilsbringer. Das Internet schafft nicht Demokratie, es sorgt nicht für vollständige Transparenz und es gibt diesem Blog nicht die gleich laute Stimme wie der Journalistin der NZZ. Das ist in Ordnung so, no bad feelings. Netzneutralität: Don’t you mess with my Datennetz weiterlesen