Noise

Wieso ich die Grundidee von tsū sehr unsympathisch finde

tsū ist ein soziales Netzwerk, das die Nutzer und Nutzerinnen an den Werbeeinahmen beteiligen will. Eine ganz furchtbare Idee.

Gelungener Markteintritt mit neuer Idee

tsū ist eine gelungene Sache: Bereits mit der ersten Version bietet das Netzwerk alles, was man von Facebook kennt. Man muss dem Unternehmen gratulieren: Mit einem derart gelungenen und auch ausgereiften Produkt an den Markt zu gelangen, ist eine Leistung.

Natürlich ist tsū eine Copycat, die Features und Funktionalitäten sind nicht neu, sondern bei Facebook abgeschaut. tsū will vor allem auf der Ebene des Konzepts einen Unterschied machen: Die User werden an den Werbeeinnahmen beteiligt. Wieso soll nur der Betreiber einer Plattform verdienen, wo doch die User den Inhalt erstellen und damit die Aufmerksamkeit generieren, die der Plattformbetreiber dann vermarktet? tsū will das ganz einfach lösen: Je mehr und je beliebtere Beiträge der einzelne User auf tsū publiziert, desto mehr verdient er.

Noch mehr Noise, noch mehr Spam

Das ist eine furchtbare Idee. Eine wirklich sehr ungeheurliche Vision. Denn was heisst das in der Konsequenz? Die User beziehungsweise meine Freunde auf tsū werden alles daran setzen, möglichst viel zu publizieren. Und das ist genau das, was wir im Moment nicht brauchen. Das Grundrauschen, der Level an Noise, ist schon so hoch, dass es schwierig wird, die relevanten und guten Inhalte zu finden. Zudem ist absehbar, dass wir auf tsū dann auch die meist versprechenden Taktiken anwenden werden, um unsere Inhalte beliebt zu machen. Weiterlesen

googleinbox

Wie ich zum Google Apps-Fan wurde (keine Beichte)

Nein, ich bin kein Google-Fanboy. Und ich kriege auch kein Geld, Vergünstigungen, Gratis-Donuts oder sonstige Streicheleinheiten für den Text hier. Was mir beim Launch von Google Inbox aber wieder mal aufgefallen ist: Wenn du die IT-Infrastruktur für ein Unternehmen aufbaust, solltest du dir Google Apps unbedingt ansehen.

Alles, was man braucht. Für kleines Geld.

Mit der neuen Inbox von Google hat das Unternehmen seine Mail-Applikation etwas aufgemotzt. Inbox sieht Mails als Aufgaben an und bietet neue Funktionen, um diese Aufgaben effizient zu verwalten. Inbox sieht sehr aufgeräumt aus, neben Google+ im Moment die Google App mit dem modernsten Erscheinungsbild.

Nachdem ich Inbox aktiviert hatte, habe ich mir mal wieder überblicksmässig angesehen, was denn diese Google Apps als Ganzes inzwischen können und bieten. Und, ohne ein ausgesprochener Google-Fanboy zu sein: Das ist schon ziemlich beeindruckend. Im Grunde ist inzwischen alles mit an Bord, was ich brauche, um ein Unternehmen bzw. die Zusammenarbeit in einer Firma, optimal sicherzustellen. Und das für eine Handvoll Dollar.  Weiterlesen

Komplexe Systeme

Umsatz ist das Ergebnis von Verführung

Der Umsatz ist eine beliebte Zielgrösse für Unternehmen. Damit lässt sich messen, ob das Handeln des Managements und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich war. So weit so simpel. Was aber in vielen Managerköpfen geschieht, ist eine unheilvolle Verkürzung: Der Umsatz wird Gegenstand allen Denkens und Tuns – statt blosse Zielmarke wird der Umsatz zur Hauptsache.

Begeisterung und Kompetenz

Was vergessen geht: Niemand kauft Dinge oder Dienstleistungen, damit der Verkäufer Umsatz macht. Kunden kaufen, weil sie vom Produkt begeistert sind. Weil sie den Verkäufer für kompetent halten. Und weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verkäufers begeistern und kompetent sind. In Zeiten von austauschbaren Produkten und Dienstleistungen muss der Verkäufer die Kunden und Kundinnen umgarnen und verführen. Das Ergebnis dieser Romanze ist der Umsatz. Weiterlesen

Leute, die ins Internet schreiben

Der Verhaltenskodex für Blogger – und was es wirklich braucht

Heute war Blogger-Dialog in Zürich. Was, wie  ins Auge sticht, eine unnötige Veranstaltung ist, da Blogger zu dem schwatzhaften Teil der Bevölkerung gehören und kaum  eine extra Aufforderung zum Dialog benötigen. Nichtsdestotrotz – Auslöser für den Anlass waren epische Diskussionen rund um das Thema Blogger Relations und Unternehmen. Die Diskussion entstand aus nicht sonderlich aufregenden Umständen und kann hier nachgelesen werden.

Ein Resultat dieser Diskussion war ein Blogger Manifest, das Blogger ähnlich wie Journalistinnen und Journalisten einem Kodex unterstellen  und  zu einem sorgfältigen Umgang mit dem Thema Blogging / PR / Unternehmenskommunikation anregen will. Wieso kann das nicht funktionieren? Weiterlesen

Medien

World of Media: Über YouTube-Stars, Brand Journalism, bezahlte Blogger und die Photokina

Jede Woche stosse ich auf Texte und Beiträge, die zeigen, dass sich die Medienwelt weiter fundamental verändert. Nicht immer ist mir ganz klar, wie sie zusammen gehören und was genau die Konsequenzen sein werden. Aber sie deuten auf grundlegende Bewegungen hin.

Brand Journalism und wieso Chevron auch eine Lokalzeitung ist.

Der Andrew Edgecliffe-Johnson von der Financial Times hat am 19. September 2014 einen ausgezeichneten Artikel unter dem Titel «The invasion of corporate news» publiziert. Immer mehr Unternehmen werden zu Medienhäusern und verstärken ihre PR-Aktivitäten. Dabei geht es ihnen nicht in erster Linie darum, Journalisten zu beeinflussen, sondern wenn immer möglich die klassischen Medien zu umgehen. «Now we’ve got a way of reaching people who read what we say and we don’t have to rely on the Daily Mail», wird etwa Sir Richard Branson zitiert. In dem ausführlichen Artikel zeigt Edgecliffe-Johnson auf, wie PR heute funktioniert und welche Anstrengungen von Firmen unternommen werden, damit sich Journalisten nicht mehr anstrengen müssen. Oder wie Unternehmen den Job von Journalisten und Zeitungen gleich selbst übernehmen: Der Ölkonzern Chevron publiziert in seiner Heimatstadt Richmond seit letztem Januar den Richmond Standard. Die News über Vorfälle in Chevron-Raffinierien lesen sich dann so: «The clouds that could be seen above Chevron Richmond refinery Wednesday morning were actually harmless steam clouds.»  Weiterlesen

Discovered not quite by accident.